12. Mai Matinée "Musik zum Muttertag" mit Leonardo
Seidenfabrik

Heimkehr nach Fukushima

Lesung mit Adolf Muschg

Der Architekt Paul Neuhaus, frisch verlassen, erhält eine Einladung von seinen alten Freunden Ken-Ichi und Mitsuko. Der Bürgermeister eines Dorfes nahe beim Unglücksmeiler von Fukushima, Mitsukos Onkel, bittet Neuhaus, ihn zu besuchen. Die Gegend ist verstrahlt, die Dörfer sind verlassen, die kontaminierte Erde ist abgetragen. Die Regierung wünscht die Rückbesiedlung, aber die Menschen haben Angst.

Der Bürgermeister will Neuhaus für eine Künstlerkolonie gewinnen – in der verstrahlten Zone –, um neue Hoffnung zu wecken. Neuhaus reist mit Mitsuko an und sie geraten in eine unentrinnbar intensive Nähe zueinander. Ist in der schönen, verseuchten Landschaft Fukushimas eine Zukunft möglich wie auch in der Liebe zwischen Paul und Mitsuko?

Sie beide begleitet die Lektüre Adalbert Stifters. So wie dort die geheimnisvolle Kette von Ursache und Wirkung die Bereiche des Lebens gleichermassen verknüpft, so stellt die unheilvolle Kettenreaktion im Atommeiler in Fukushima nicht nur die Japaner vor die Frage, was diese Katastrophe über uns alle sagt. Sind wir im Zentrum der Gefahr nicht näher an unserer Wahrheit und an der unserer Gegenwart?

Adolf Muschg, geboren 1934 in Zürich und Träger des Georg-Büchner-Preises (1994), ist in Zollikon aufgewachsen. Nach dem Studium der Germanistik war er parallel zur schriftstellerischen Arbeit Gymnasial- und Hochschullehrer und ab 1970 Professor für deutsche Literatur und Sprache an der ETH Zürich. Vielfältiges politisches Engagement, 1997 Gründungsleiter des Collegium Helveticum, 2003 Präsident der Akademie der Künste Berlin. Nach längeren Aufenthalten in den USA und Japan lebt er heute in Männedorf.

 

Adolf_Muschg

Programm

Adolf Muschg

Heimkehr nach Fukushima

Seidenfabrik Dürnten

 

Donnerstag, 19. September 2019, 19.30 Uhr

Türöffnung und Barbetrieb ab 18.30 Uhr

Eintritt: Fr. 15.-

Reservation: Tel. 055 251 57 07 oder kultur@duernten.ch

www.duernten.ch/kultur